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 Chronik

 MOMO » zurück zur Gesamt-Liste 
Autor: Michael Ende
Regie: Jona Fragner
Aufführungsort: Bammental, TV-Halle
Zeitraum: 2025-11-28 bis 2025-11-30

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 Kritik 
(Gemeinde-Nachrichten, 18.12.25)
Ein wunderbares Weihnachtsmärchen ging am 1. Adventswochenende zu Ende - Momo begeistert erneut auf ganzer Linie

Momo, eine generationsübergreifende Produktion
Mit der zweiten Aufführungsreihe der Momo-Inszenierung ist am 1. Adventswochenende, vom 28. bis 30. November, ein außergewöhnliches Theaterprojekt zu Ende gegangen - und was bleibt, ist große Begeisterung. Zählt man die Vorstellungen aus dem Frühjahr hinzu, kann der Bammentaler Theaterverein Goukelkappe auf neun restlos ausverkaufte Aufführungen zurückblicken. Ein eindrucksvoller Beleg für die Qualität und Strahlkraft dieser Produktion, die sich längst zu einem modernen Weihnachtsmärchen entwickelt hat.

Besonders bemerkenswert: Ein wesentlicher Anteil dieses Erfolges lag bei den Kindern und Jugendlichen - sowohl auf der Bühne als auch hinter den Kulissen.

Annika Hilsenstein als Momo mit der Schildkröte Kassiopeia (Doris Prinzl-Wimmer)
Der junge Nachwuchs trägt das Stück
Allen voran überzeugte Annika Hilsenstein in der Titelrolle der Momo auf beeindruckende Weise. Momo ist eine Figur der leisen Töne - sie redet wenig, hört vielmehr zu. Was Annika an Bühnenpräsenz, Ausdrucksstärke und innerer Ruhe auf die Bühne brachte, hätte mühelos an jedem professionellen Theater bestehen können. Ihre Darstellung war berührend, klar und von einer Reife, die weit über ihr Alter hinausging.

An ihrer Seite stand Nina Fragner, die Schwester des ebenfalls noch sehr jungen und hochbegabten Regisseurs Jona Fragner. Als Fremdenführerin Gigi wird sie im Stück zu Momos bester Freundin. In den vielen gemeinsamen Szenen begegnete sie Annika auf Augenhöhe - lebendig, natürlich und voller Spielfreude. Dass Nina mit Momo zum ersten Mal auf der Bühne stand, war zu keiner Sekunde spürbar. Ein beeindruckendes Debüt.
Momo und Bibi-Girl (Johanna Murswieck)
Einen ganz besonderen Akzent setzte auch Johanna Murswieck in der Rolle der Puppe Bibi-Girl - jenes verführerischen Werkzeugs eines besonders perfiden grauen Herrn, der Momo für die finsteren Ziele der Zeitdiebe gewinnen will. Mit perfekter Körperkontrolle, mechanischer Präzision und einem bewusst verblödet wirkenden Lächeln formte Johanna den Marionetten-Tanz zu einer der markantesten und nachhaltigsten Szenen des gesamten Stückes.

Tanz als eigene Kunstform
Überhaupt spielte der Tanz in dieser Inszenierung eine herausragende Rolle. Unvergessen bleibt der Tanz der Stundenblumen, dargestellt von Samir Modabber, Svenja Richter, Finnja Mende, Anna Eberhardt und Johanna Murswieck. In seiner ästhetischen Kraft und stillen Schönheit rührte diese Szene viele Zuschauer sichtbar - nicht wenige hatten Tränen in den Augen. -Was insgesamt auffiel: die große Authentizität, mit der die Kinder und Jugendlichen agierten. Zu keinem Zeitpunkt hatte man den Eindruck, sie spielten ihre Rollen - sie waren ihre Rollen. Dies ist nicht zuletzt ein großer Verdienst der zweiten Regie.

Feinfühlige Regiearbeit mit jungen Menschen Steffi Bittner, die seit über fünfzehn Jahren die gemeinsame Theatergruppe der Goukelkappe und des Gymnasiums Bammental leitet, bewies erneut ihr außergewöhnliches Gespür dafür, junge Menschen behutsam und zugleich anspruchsvoll an ihre Rollen heranzuführen. Unter ihrer und Jona Fragners Leitung wuchsen die Darsteller sichtbar über sich hinaus.
Generationsübergreifendes Theater
In den weiteren Kinder- und Jugendrollen überzeugten durchweg: Sarah Dopf, Noah Tillson, Christoph Murswieck, Amelie und Sophia Edler-Mende, Hannes Schmieder und Alma Malkus - allesamt mit großer Spielfreude, Klarheit und Präsenz.

Jugendliche Technik auf professionellem Niveau
Eine weitere herausragende Besonderheit dieser Inszenierung war die Technik, getragen maßgeblich von der Technik-AG des Gymnasiums Bammental. Mit feinsinnigen Soundeffekten, unter die Haut gehenden Melodie-Sequenzen und einer perfekt ins Stück integrierten Video-Technik schuf das junge Technikteam eine Atmosphäre, die das Bühnengeschehen eindrucksvoll unterstützte und vertiefte.
Mitgewirkt haben: Stella Schmidt, Sara Haffner, Anna Keller, Simon Haas, Marius Becker, Robin Funke, Till Dussel und Emilia Trutz.
Unterstützt wurden sie von ehemaligen Mitgliedern der Technik-AG, die ebenfalls ihr Können einbrachten: Timon Cremers, Unas Behnert, Simon Hoffleit und Philipp Bartz.

Ein Projekt, das Maßstäbe setzt
Mit Momo ist der Goukelkappe nicht nur eine überzeugende Inszenierung gelungen, sondern ein generationsübergreifendes Gemeinschaftsprojekt, das zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen dürfen - auf der Bühne wie hinter den Kulissen.
Ein wunderbares Weihnachtsmärchen ist am 1. Adventswochenende zu Ende gegangen. Die Erinnerung daran wird bleiben.