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 Presse-Archiv

 2005-12-14: Es wurde ein neuer Zauberer gezaubert  zurück 
Michael Mende (links) als moralisierender Pfarrer im Stück \"Der Zauberer vom Bammertsberg\" (RNZ / Foto: Alex)
(Rhein-Neckar Zeitung)

„Goukelkappe" jubelte mit ihrer neuen alten Komödie

Bammental. (nah) Seit 20 Jahren gibt es den Theaterverein Goukelkappe, der in all diesen Jahren für viele unterhaltsame Stunden und sehenswerte Aufführungen stand. Das erste erfolgreich inszenierte Volkstheaterstück „Der Zauberer vom Bammertsberg", das den Verein zu weiteren Auftritten motivierte, zeigte jetzt in einer Neuauflage an drei best besuchten Theaterabenden in der TV-Halle auch die Entwicklung und Reifung der Mitwirkenden auf.
Michael Mende, der selbst Schauspieler der „Goukelkappe" ist, hatte einst das Stück geschrieben. Es bediente sich der Sage um den Zauberer vom Bammertsberg, auf dessen Konto das Verschwinden von Mädchen aus dem Dorf ging. Die Sage inspirierte Mende zu einer, sehr schlüssigen Geschichte, die aus dem Spannungsfeld einer das Dorfleben negativ beeinflussenden moralisierenden Liga erwuchs.
Ging es vor 20 Jahren darum, das erste Stück überhaupt zu inszenieren, sah man sich heute auch mit dem eigenen Anspruch und mit Erwartungen konfrontiert. Unter der Regie von Christel Herold-Mende und Waltraud Vögele nahm das Stück, das Mende obendrein an das Schauspieler-Team obendrein anpassen musste, Gestalt an.
Die Rolle des Zauberers Victor Valentin Constantin schrieb Mende dem Goukelkappe-Schauspieler Jaro Vysocansky quasi auf den Leib, den er als „bähmischen Zauberer mit einem Hauch von Schwejk" anlegte. Aus der Not wurde eine Tugend, das beschreibt Michael Mende so: „Da einige Figuren runderneuert oder gar komplett ersetzt wurden, entsteht ein fast neues Stück, wenngleich die zentrale Geschichte genau die von vor 20 Jahren ist." Auch sie ist eingebettet in eine Rahmengeschichte, in der Professor (Jim Miller) und Historikerin (Eva Saalfrank) sich über die Sage unterhalten.
Beim „Zauberer vom Bammertsberg" halfen selbst die Altstadt-Kerweborscht aus, als Dialekt sprechende Bauern - inzwischen eine Rarität in der Gemeinde. Bei so viel Gemeinschaftssinn konnte das Stück nichts anderes als ein Erfolg werden.
Lina Gerwera (Waltraud Vögele) und Pfarrer Hilspach (Michael Mende) sind die Sittenwächter des Dorfes. Als solche haben sie die Vertreibung von drei Mädchen, die sich gegen die moralisierende Knute wehren, auf dem Gewissen. Im krassen Gegensatz zu diesen beiden gar nicht komischen Figuren steht der Zauberer Victor Valentin, der den Männern des Dorfes (Uwe Lay, Holger Segnitz, Sabine Schlecht, Günther Häberlen, Carolin Mende, Roland Kettenring, Karlheinz Ulzenheimer und Bernd Segnitz) als ungarische Gräfin Maruschka den Kopf verdreht. Auch wenn er letztlich den Verdacht auf sich zieht, bewirkt er Heilsames: Die Mädchen Maria (Andrea Keilbach), Annegret (Rebecca Mannott) und Elisabeth (Meike Kettenring) werden in der Höhle auf dem Bammertsberg gefunden. Die Urheberschaft ihres Verschwindens kommt endlich ans Tageslicht.
Das Publikum kam bei der frisch und temporeich inszenierten Komödie auf seine Kosten und durfte sich an der rundum gelungenen Umsetzung erfreuen.